Burgruine Löffelstelz

Es ist in besonderer Weise dem Verschönerungsverein zu verdanken, dass die Burgruine Löffelstelz in der heutigen Form erhalten blieb. Sie können sich hier einen kurzen Überblick über die zahlreichen Maßnahmen und Vorhaben verschaffen, die seit der Gründung des Vereins die Entwicklung der Löffelstelz begleiten.

Anfangsjahre
Initiativen nach 1949
Sanierung/Restaurierung
Ausflugsziel/Veranstaltungsort
Besichtigung

Im Jahre 1808 wurde die Ruine zum Abbruch an die Gemeinde Dürrmenz verkauft. Bereits zuvor hatte die Ortsbevölkerung das Gemäuer als Steinbruch genutzt. Als im Jahre 1898 bei einem "Kaisermanöver" die Südmauer der Burg und damit auch der Eingang einstürzte, nahm sich der kurz zuvor gegründete Verschönerungsverein der Sicherung und Instandsetzung der Ruine an. Die Arbeiten begannen im Jahr 1902 und fanden 1911 ihren Abschluss. Im Einzelnen waren es folgende Maßnahmen:

  • Errichtung eines neuen Burgeingangs als Spitzbogenportal  -  Bild
  • Einbau einer „Lugnische“ in der Nordwand  -  Bild
  • Erschließung der ehemaligen Weinbergterrassen im Burginnern als Naturbühne  -  Bild
  • Ausbrechen einer Aussichtsplattform am Burgsockel (erfolgte bereits 1898)

Der Verschönerungsverein bemühte sich auch jahrelang um den Plan der sogenannten „Burgfreiheit“. Durch zahlreiche Spenden aus dem In- und Ausland konnte die ganze Umgebung käuflich erworben und in den Jahren 1905-1908 zu den Burganlagen (Bild) umgestaltet werden. Schließlich ließ der Verein im Jahre 1911 dort eine Schutzhütte errichten.

Zwischen den beiden Weltkriegen verzeichnet das Protokoll lediglich „Erweiterung und Wegearbeiten in den Burganlagen“.

Spitzbogenportal: Burgeingang vor der Sanierung 
Spitzbogenportal: Burgeingang vor der Sanierung
Lugnische in der Nordwand 
Lugnische in der Nordwand
Weinbergterrassen: Steintreppen, mit denen die ehemaligen Weinbergterrassen erschlossen wurden 
Weinbergterrassen: Steintreppen, mit denen die ehemaligen Weinbergterrassen erschlossen wurden
Burganlagen 
Burganlagen
 

Nachdem in den 1970er/80er-Jahren der Burghof für eine Reihe kultureller Veranstaltungen genutzt wurde, überließ man die Burg seit Mitte der 80er Jahre sich selbst. Die Folge war der schleichende Verfall der Anlage, wobei die ausufernde Vegetation maßgeblichen Anteil hatte.

Demzufolge reduzierten sich die Aktivitäten des Verschönerungsvereins auf einige wenige Maßnahmen:

  • Anbringen einer Metalltafel an der Burg (1960)  -  Bild
  • Botanische Beschilderung der Burganlagen (1971)
  • Burgbeleuchtung (1972)
  • Pflastersteinbelag für die Burg und Wegeinstandsetzung (1973)
  • Wegweiser zur Burgruine
Metalltafel am Burgeingang 
Metalltafel am Burgeingang
 

In den Jahren 2004 - 2007 wurde die Burgruine grundlegend saniert und restauriert, begleitet durch umfangreiche bauhistorische und archäologische Forschungen.

Die geschätzten Baukosten der Grabungs- und Instandsetzungsarbeiten (Bild) betrugen ca. 270.000,- EUR. Federführender Spendensammler der Bürgerspenden und der Spenden von Organisationen war der Verschönerungsverein. Er konnte nahezu 100.000,- EUR beisteuern.

Schwerpunkte waren:

  • Auslagen für Material, Maschinen und Verpflegung der „Scherbabuzzer“
  • Aufarbeitung und Sicherung der Funde durch die „Scherbabuzzer“  -  Bild
  • Sicherung der Schildmauer  -  Bild
  • Rekonstruktion des Gewölbekellers  -  Bild
  • Teilhonorare für Archäologe und Bauhistoriker
Einsatz des Krans zum Abtransport der Gewölbekellerverfüllung über die Schildmauer hinweg 
Einsatz des Krans zum Abtransport der Gewölbekellerverfüllung über die Schildmauer hinweg
Nischenkachelreste eines Kachelofens, grüne Lasur, Lindwurmmotiv, um 1400 
Nischenkachelreste eines Kachelofens, grüne Lasur, Lindwurmmotiv, um 1400
Schildmauer von außen 
Schildmauer von außen
Aufbau des Kellergewölbes 
Aufbau des Kellergewölbes
 

Nach Abschluss der aufwändigen Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten im Jahr 2007 kann die Burg wieder besucht werden.

Die Volkshochschule veranstaltet seit 2009 jährlich Open-Air-Konzerte, die sich großer Nachfrage erfreuen. Im Heimatmuseum entstand eine neue Abteilung zur Burggeschichte.

Der Verschönerungsverein beteiligte sich finanziell und ideell an der Verbesserung der Infrastruktur für die Burgbesucher durch folgende Maßnahmen:

  • Neubearbeitung 2010: Informationsbroschüre zur Burggeschichte (PDF-Datei)
  • Herstellung von Bildtafeln über die Historie in der Burg, Ergänzung 2010  -  Bild
  • Gestaltung eines Informationsplakats am Eingang (2010)
  • Informationstafeln für den Keller (2010)
  • Auswertung der Burgfunde
  • Adventsbeleuchtung der westlichen Burgfenster (2010)  -  Bild
  • Neue Wappen (2013) -  Bild
  • Verschönerungsverein unter den Preisträgern (2014) -  Bild
  • Installation des "Burggeistes", einer Skulptur, die per Bewegungsmelder die Besucher im vorderen Keller begrüßt (2016)  -  Bild
  • Beteiligung am Burgwächterdienst (jährlich)
Bildtafeln 
Bildtafeln
Adventsbeleuchtung der westlichen Burgfenster 
Adventsbeleuchtung der westlichen Burgfenster
Neue Wappen 
Neue Wappen
Preisträger beim Sparkassen-Wettbewerb 
Preisträger beim Sparkassen-Wettbewerb
Burggeist 
Burggeist
 

Besichtigungsmöglichkeiten der Burg und Führungen

  • Öffnungszeiten 2017: sonn- und feiertags jeweils von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • Offizielle Eröffnung: Sonntag, 2. April 2017, 14.00 Uhr, mit Auftritt der Gitarrengruppe der Musikschule Gutmann
  • Tag des offenen Denkmals am 10. September: geöffnet von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr, 15.00 Uhr kostenlose Führung
  • Letzmals geöffnet am Montag, 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit)
  • Die Burg ist jederzeit durch das nach innen gewölbte Tor einsehbar.

Wir empfehlen einen Besuch des Heimatmuseums, das eine sehenswerte Ausstellung zur Burggeschichte und Burgrestaurierung enthält. Das Museum ist sonntags von 14.00 Uhr - 17.00 Uhr geöffnet.

Wünschen Sie eine Gruppenführung? Bitte wenden Sie sich an die Volkshochschule Mühlacker, Telefon 07041/876-302 oder unter Heimatmuseum 07041/876-325.

Eines ist sicher: Die Burgruine Löffelstelz wird auch in Zukunft im besonderen Fokus des Verschönerungsvereins stehen.

Fotos: Ulrich Maier †, Gerhard Maresch, Ewald Scheytt, Stadtarchiv Mühlacker, Armin Dauner

Buchhinweis:
"Bettelarm und abgebrannt" - Von der Burg Löffelstelz
und dem Mittelalter in Mühlacker
(Hrsg. Stadtarchiv Mühlacker, Verlag Regionalkultur)

304 Seiten, rund 140 zum Teil farbige Abbildungen,
fester Einband, 18,00 EUR, ISBN 978-3-89735-612-2,
erhältlich im Rathaus Mühlacker sowie im Buchhandel.