Kurze Vereinsgeschichte

Burgruine Löffelstelz mit Blick auf Dürrmenz
Burgruine Löffelstelz mit Blick auf Dürrmenz

Eigentlich hätte der Verein, der 1892 im Nebenzimmer des „Adler“ in Dürrmenz gegründet wurde, Altertums- und Verschönerungsverein heißen müssen. Denn nicht nur die Erhaltung der Burgruine Löffelstelz, die Kultivierung der Gemeinde, sondern auch die Pflege und Bewahrung überkommener Altertümer waren Zweck und Ziel der Gründung. Vereinsgründer war Sanitätsrat Dr. Viktor Reichmann, seit 1877 Landarzt in Dürrmenz. Er gilt auch als Vater der hiesigen Altertumsforschung.

Wie an anderer Stelle noch ausführlich berichtet wird, kümmerte sich der Verschönerungsverein in den Anfangsjahren schwerpunktmäßig um die Bewahrung und Sanierung der Burgruine Löffelstelz. Viele andere Maßnahmen, die zur Bereicherung und Verschönerung der Stadt beitrugen, folgten.
So glatt wie es sich liest, lief freilich nicht alles ab. Das Vereinsjahr 1924 begann man ohne einen Pfennig Geld, weil die Inflation alles restlos aufgefressen hatte.

Als alle existierende Vereine im Jahr 1933 „gleichgeschaltet“, im Klartext aufgelöst werden sollten, fand man in Mühlacker vom Verschönerungsverein weder ein Protokoll- noch ein Kassenbuch und schon gar keine Mitgliederliste, wohl aber einen Verein, der einzig und allein von Oberreallehrer Karl Knöller geleitet, vertreten und öffentlich repräsentiert wurde. Er wollte sich partout nicht „auflösen“, was man ihm höheren Orts sehr übel nahm, so dass er als Gemeinderat nicht mehr tragbar war und gezwungenermaßen ausschied. Den Verschönerungsverein aber führte er als „Ein-Mann-Betrieb“ weiter. Dieser hielt sich finanziell ziemlich „unparteiisch“ über Wasser. Denn die „Dürrmenz-Mühlackermer“ – darunter auch Parteigenossen – spendeten nun halt anonym.

Der offiziell als aufgelöst geltende Verein wurde im Jahr 1949 unter dem Vorsitz von Altbürgermeister Woerner neu gegründet. Die schwierige Wirtschaftslage ließ in den ersten Jahren eine größere Tätigkeit nicht zu; die nötigen Finanzmittel fehlten. Ab der 1960er Jahre ging es stetig aufwärts: Die zahlreichen Maßnahmen zeugen von einer regen Vereinsarbeit, die geprägt war vom großen Engagement der damaligen Vorsitzenden Heinrich Craiss und Erna Händle. Unter dem Vorsitz von Albrecht Münzmay (seit 1985) erweiterte sich das Spektrum der Vorhaben immer mehr. Man schaue sich nur die umfangreiche Liste unter dem Stichwort „Abgeschlossene Projekte“ an.

Der Verschönerungsverein ließ sich erst im Jahr 2010 ins Vereinsregister des Amtsgerichts eintragen, ist also jetzt ein eingetragener Verein.

Zweck und Ziel des Vereins ist es nach wie vor, weiterhin für die Attraktivität der Stadt nach innen und außen zu sorgen und dafür fleißig um Spenden zu bitten.

Quelle: Oskar Steinacker „Der Verschönerungsverein“ (2007)